Siegerehrung des Schreibwettbewerbs
Vergangenen Montag, den 08.12.25, versammelten sich viele junge Talente der Marienschule mit ihren Eltern in der Aula, um im Rahmen des 37. Schreibwettbewerbs gespannt die Bekanntgabe der Siegertexte abzuwarten. In diesem Jahr gaben zu dem Thema „Erinnerungen“ 51 Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen ihre Gedanken zu fröhlichen, traurigen, nachdenklichen oder humorvollen Erinnerungen ab und hofften auf einen der jeweils drei ersten Plätze der Unter-, Mittel- und Oberstufe.
Die Zuhörenden wurden bei Kerzenschein in adventlich-stimmungsvoller Atmosphäre mitgenommen auf eine Reise durch verschiedenste Erinnerungen – mal als Kurzgeschichte, mal als Gedicht. So las Klara G. aus der sechsten Klasse mit ihrem Text „Eine verborgene Erinnerung“ vor, wie aufbewahrte und versteckte Erinnerungen ganz unverhofft Generationen verbinden, neue Begegnungen in der Gegenwart schaffen und diese bereichern können.
Gloria X. (Klasse 8) ließ in „See der Erinnerungen“ ihre Protagonistin verschiedene, längst vergangene Situationen noch einmal durchleben: wie sie mit ihrer Schwester am Strand spielt, wie sie Geburtstag feiert. Dann werden die Erinnerungen dunkler. Ein Auslachen von Mitschülern, Gefühle von Hilflosigkeit und Angst. Ein weiser Mann erklärt ihr, dass unsere schlechten Erinnerungen die guten überlagern, gar verdrängen können. Sie selbst müsse entscheiden, welchen sie mehr Raum geben möchte. Wer dieser weise Mann sei? Die Liebe? Vertrauen? Hoffnung? Das müsse jeder Mensch selbst herausfinden.
Lotta P. aus der Q1 erzählt in „Vergiss Mein“ von einer Möglichkeit, genau solche dunklen Erinnerungen an Momente, die ganz viel Schmerz und Verzweiflung mit sich bringen und einen unter ihrem Gewicht zu erdrücken scheinen, für eine Weile (oder auch für immer) abzulegen, um wieder frei atmen und sich von der Schwere der Erinnerung erholen zu können. Ihre Protagonisten findet eine Dame, die Erinnerungen, die zu schwer geworden sind, in dem ‚Brunnen der Erinnerungen‘ aufbewahren kann. Sie möchte die schmerzhafte Erinnerung an den Tod ihres Vaters für eine Weile ablegen, um wieder aufrecht durchs Leben gehen zu können. Allerdings hat dieses Ablegen einen hohen Preis: Ihr Vater wird nur noch zu einer schemenhaften Erinnerung und dem Gefühl von nicht greifbarer Leere. Daher entschließt sie sich, ihre Erinnerung wieder zu sich zu nehmen, auch wenn das bedeutet, ihren Schmerz über den Verlust ein Leben lang tragen zu müssen.
Nach einer Stunde in der gut besuchten Aula verabschiedeten sich die Teilnehmenden und äußerten vielfach, schon auf das Thema des 38. Schreibwettbewerbs im kommenden Jahr gespannt zu sein. Bei der Fülle an wunderbar gelungenen Texten freuen wir uns auch.










