Die Gründerin der Marienschule
Katharina Kasper (1820–1898) war die Gründerin der Kongregation der „Armen Dienstmägde Jesu Christi“ und eine prägende Gestalt des kirchlichen und sozialen Lebens im 19. Jahrhundert. Ihr Denken und Handeln waren tief im Glauben verwurzelt: Im Zentrum stand für sie die Hinwendung zu Gott, aus der heraus sich der Dienst am Menschen ergab. Sie war überzeugt, dass echte Hilfe für andere nur dann gelingen kann, wenn der Mensch zunächst an sich selbst arbeitet, seine Beziehung zu Gott pflegt und daraus Kraft schöpft. Erst auf dieser Grundlage könne man wirksam zum Wohl der Mitmenschen beitragen.
Charakteristisch für Katharina Kaspers Haltung war ihre Demut und ihr Vertrauen darauf, dass nicht sie selbst, sondern Gott der eigentliche Gründer und Leiter ihrer Gemeinschaft ist. Neue Niederlassungen entstanden daher nicht aus eigenem Ehrgeiz, sondern auf konkrete Bitten hin. Diese Haltung prägte die Spiritualität ihrer Gemeinschaft nachhaltig: Die Schwestern verstanden sich als „Mitarbeiterinnen Gottes“, die den ganzen Menschen im Blick haben sollten – sowohl seine seelischen als auch seine materiellen Bedürfnisse.
Für die Marienschule Opladen ist Katharina Kasper von zentraler Bedeutung. Bereits 1866, nur 15 Jahre nach der Gründung ihrer Kongregation, entsandte sie vier Schwestern nach Opladen. Diese übernahmen dort unterschiedliche Aufgaben: Zwei arbeiteten als Lehrerinnen, eine in der ambulanten Krankenpflege, und eine leitete das Konvent. Die Initiative zur Gründung der Schule ging von Dechant Stephan Krey aus, doch ohne die Bereitschaft und den Einsatz von Katharina Kaspers Gemeinschaft wäre die Einrichtung nicht möglich gewesen.
Damit legte sie den Grundstein für die Marienschule Opladen, die aus dieser „Töchterschule“ hervorging. Ihr Geist prägt die Schule bis heute: die Verbindung von Bildung und sozialem Engagement, das Verantwortungsbewusstsein für andere sowie die Orientierung an christlichen Werten. Die Idee, dass Bildung nicht nur Wissen vermittelt, sondern den ganzen Menschen formt und ihn befähigt, für andere da zu sein, geht unmittelbar auf Katharina Kaspers Verständnis von Nächstenliebe zurück.
So ist die Marienschule Opladen nicht nur historisch mit Katharina Kasper verbunden, sondern trägt auch ihr geistiges Erbe weiter: den Einsatz für Mitmenschen, die Verbindung von Glauben und Tat sowie die Überzeugung, dass echtes Engagement immer aus einer inneren Haltung der Verantwortung und Menschlichkeit erwächst.











